Allergologische Diagnostik
Allergien zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter.
Die frühzeitige und präzise Diagnostik ist entscheidend, um geeignete Therapieansätze zu entwickeln und die Lebensqualität der betroffenen Kinder zu verbessern. Die allergologische Diagnostik bei Kindern erfordert spezielle Kenntnisse und Methoden, die auf die Besonderheiten des kindlichen Immunsystems abgestimmt sind.
Zu den häufigsten allergischen Erkrankungen bei Kindern gehören:
Die Basis jeder allergologischen Diagnostik ist eine ausführliche Anamnese:
Die körperliche Untersuchung konzentriert sich auf Haut, Atemwege und andere betroffene Organsysteme.
Hauttests sind zentrale Instrumente zur Identifikation von Sensibilisierungen:
Pricktest
Standardmethode zur Diagnose von Soforttyp-Allergien. Dabei werden Allergenextrakte auf die Haut aufgetragen und die Haut leicht angeritzt. Nach 15–20 Minuten wird die Reaktion abgelesen.
Prick-to-Prick-Test
Besonders bei Nahrungsmittelallergien. Hierbei wird mit einer Lanzette zuerst in das frische Lebensmittel und dann in die Haut gestochen.
Epikutantest
Zur Diagnose von Kontaktallergien. Allergene werden auf Pflaster aufgebracht und auf den Rücken geklebt. Die Reaktion wird nach 48 und 72 Stunden beurteilt.
Hauttestungen sollten nur von erfahrenen Fachärzt:innen durchgeführt werden, um Fehlinterpretationen und Risiken zu vermeiden.
Bluttests ergänzen die Hauttestungen und sind besonders bei Kindern mit Hauterkrankungen oder bei Einnahme von Antihistaminika sinnvoll:
Die Interpretation der Ergebnisse muss stets im klinischen Kontext erfolgen, da Sensibilisierung nicht gleichbedeutend mit einer klinisch relevanten Allergie ist.
Provokationstests gelten als Goldstandard zur Bestätigung einer Allergie, insbesondere bei unklaren Befunden:
Aufgrund des Risikos schwerer Reaktionen sollten Provokationstests nur in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt werden.
Eine frühzeitige allergologische Diagnostik ermöglicht:
Besonders bei Kindern mit familiärer Atopie-Belastung ist eine frühzeitige Diagnostik und ggf. Prävention wichtig.
Die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) und die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) entwickeln Leitlinien und Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie allergischer Erkrankungen bei Kindern. Diese Leitlinien bieten Ärzt:innen evidenzbasierte Handlungsempfehlungen und tragen zur Standardisierung der Versorgung bei.