Schutzimpfungen
Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen in der Medizin.
Sie schützen nicht nur das geimpfte Kind vor potenziell schweren Infektionskrankheiten, sondern tragen auch zur sogenannten Herdenimmunität bei, die besonders wichtig ist, um vulnerable Gruppen zu schützen. In Deutschland entwickelt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) evidenzbasierte Impfempfehlungen, die regelmäßig aktualisiert werden.
Kinder sind aufgrund ihres noch nicht vollständig entwickelten Immunsystems besonders anfällig für Infektionskrankheiten. Einige dieser Krankheiten können schwerwiegende Komplikationen verursachen oder sogar tödlich verlaufen. Durch frühzeitige Impfungen kann das Risiko solcher Erkrankungen erheblich reduziert werden. Zudem verhindern Impfungen die Verbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung, was besonders wichtig ist für Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
Die STIKO veröffentlicht jährlich einen Impfkalender, der die empfohlenen Standardimpfungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene enthält. Für Kinder umfasst der Impfkalender unter anderem folgende Impfungen:
Schutz vor schweren Durchfallerkrankungen.
Kombinationsimpfstoff zur Grundimmunisierung.
Schutz vor bakteriellen Infektionen wie Hirnhautentzündung.
Verhinderung von Lähmungen und anderen Komplikationen.
Schutz vor Leberentzündungen.
Vermeidung von Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen.
Kombinationsimpfstoff gegen drei Viruserkrankungen.
Schutz vor juckenden Hautausschlägen und Komplikationen.
Verhinderung von Hirnhautentzündungen.
Schutz vor bestimmten Krebsarten.
Die Impfungen beginnen in der Regel im Säuglingsalter und werden gemäß dem Impfkalender in bestimmten Abständen wiederholt, um einen langfristigen Schutz zu gewährleisten.
Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Sie schützt vor Infektionen mit humanen Papillomviren, die bestimmte Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Der STIKO-Vorsitzende Klaus Überla betont die hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit der HPV-Impfstoffe und spricht sich für Impfungen in Schulen aus, um die niedrige Impfrate bei Jugendlichen zu erhöhen.
Obwohl die STIKO die Grippeimpfung derzeit nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen empfiehlt, plädieren viele Fachärzte dafür, möglichst viele Kinder zu impfen. Kinder gelten als Hauptüberträger der Grippeviren, und eine Impfung könnte nicht nur sie selbst, sondern auch ältere und vulnerable Personen schützen.
In Deutschland werden die von der STIKO empfohlenen Impfungen in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies gilt für die Grundimmunisierungen sowie für Auffrischimpfungen. Für privat Versicherte hängt die Kostenübernahme von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet umfangreiche Informationen zu Impfungen an. Auf dem Portal www.impfen-info.de finden Eltern und Interessierte verständliche Informationen über Impfempfehlungen, Impfstoffe und die Bedeutung von Impfungen. Zudem stellt die BZgA Materialien zur Verfügung, die in Kindertagesstätten und Schulen zur Aufklärung genutzt werden können.