Labor Diagnostik
Die Labor-Diagnostik spielt eine zentrale Rolle in der medizinischen Versorgung von Kindern.
Sie ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen, die Überwachung des Krankheitsverlaufs und die Anpassung von Therapien. Dabei ist zu beachten, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind: Ihre physiologischen Werte und Reaktionen unterscheiden sich erheblich vom Erwachsenenalter. Daher sind spezifische Referenzwerte und diagnostische Ansätze erforderlich.
Laboruntersuchungen liefern objektive Daten, die in Kombination mit der klinischen Untersuchung und Anamnese eine präzise Diagnosestellung ermöglichen. Sie sind unerlässlich bei:
- Verdacht auf Infektionen
- Stoffwechselstörungen
- Hämatologische Erkrankungen
- Endokrinologische Auffälligkeiten
- Immunologische Defekte
- Überwachungen während und nach Therapien
Hämatologie
Blutbild (BB) zur Beurteilung von Anämien, Leukämien oder Infektionen. Retikulozyten als Indikator für die Erythropoese. Blutgerinnung: Quick, INR, aPTT zur Abklärung von Gerinnungsstörungen.
Klinische Chemie
Elektrolyte (Natrium, Kalium, Calcium). Leberwerte (ALT, AST, Bilirubin). Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff). Blutfette (Cholesterin, Triglyceride).
Immunologie
Immunglobuline (IgA, IgG, IgM) zur Diagnose von Immundefekten. Komplementfaktoren zur Beurteilung des Komplementsystems. T- und B-Zell-Subsets zur Analyse der zellulären Immunantwort.
Endokrinologie
Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4). Wachstumshormon zur Abklärung von Wachstumsstörungen. Cortisol zur Beurteilung der Nebennierenfunktion.
Mikrobiologie
Blutkulturen zur Identifikation bakterieller Infektionen. Stuhlproben zur Diagnose gastrointestinaler Infektionen. Urinuntersuchungen zur Abklärung von Harnwegsinfektionen.
Genetik
Karyotypisierung zur Diagnose chromosomaler Aberrationen. Mikroarray-Analyse zur Identifikation von Mikrodeletionen. Genetische Tests zur Diagnose monogener Erkrankungen.